Fragen & Antworten

 

1. Wofür wird die ZEELINK Verdichterstation in Legden benötigt?

Eine Verdichterstation wird benötigt, um Erdgas in einer Fernleitung von A nach B zu transportieren. Beim Transport verliert Erdgas an Druck: einerseits durch die Reibung der Gasmoleküle im Gasstrom aneinander und andererseits durch die äußere Reibung des Gasstroms an der Rohrwand. Dieser Verlust wird in einer Verdichterstation ausgeglichen, indem der Druck wieder angehoben wird. Die ZEELINK Verdichterstationen in Legden und Würselen sichern den Nord-Süd- sowie den Süd-Nord-Transport des Erdgases und sorgen für einen kontinuierlichen Gasfluss. Das Projekt ZEELINK ist Voraussetzung für die notwendige Umstellung von L- auf H-Gas für Millionen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden.
 
Eine Verdichterstation hat während des Betriebs unterschiedliche Auslastungen. So können etwa wechselnde Witterungsbedingungen den Bedarf an Gas beeinflussen. Da im Winter beispielsweise mehr geheizt wird, ist die Auslastung in dieser Zeit größer als in den Sommermonaten.

2. Wie wurde entschieden, wo die Verdichterstation gebaut werden soll?

Der Standort der Station wurde in erster Linie unter Berücksichtigung genehmigungsrechtlicher Gesichtspunkte ermittelt. Es wurde ein Gutachterbüro mit der Suche nach technisch, umweltfachlich und raumordnerisch geeigneten Flächen beauftragt. Dabei wurden eine Vielzahl von Flächen innerhalb eines Untersuchungsraumes von mehr als 3000 ha Größe berücksichtigt. Der gewählte Standort im Haulingort hat sich im Rahmen dieser Untersuchung als der optimalste Standort herausgestellt.

3. Wie wird das Landschaftsbild erhalten?

Die gesamte Anlage wird eingegrünt. Der so entstehende Sichtschutz wird eine Mindesthöhe von zwei Metern haben. Da auf Gasleitungen keine tiefwurzelnden Pflanzen angepflanzt werden dürfen, wurde die Zuleitung so geplant, dass nur eine schmale Lücke in der Eingrünung erforderlich ist.

4. Warum wird die Verdichterstation in Legden mit Erdgas betrieben?

Die Gasturbinen für den Antrieb der Verdichter in Legden zählen zu den energieeffizientesten ihrer Leistungsklasse und sind als technisch gleichwertig zu E-Motorantrieben anzusehen. Beide Antriebsarten entsprechen dem Stand der Technik. Schallschutzmaßnahmen führen dazu, dass die Schallemissionen beim Gasturbinenantrieb gleich dem von E-Antrieben sind. Hinter der Entscheidung, die Verdichtereinheiten in Legden mit Erdgas zu betreiben, steht die Versorgungssicherheit. Daher kommen hier Gasturbinen zum Einsatz, die mit Gas aus der Pipeline immer betriebsbereit und nicht auf eine externe Stromversorgungangewiesen sind.

5. Wie wird für die Sicherheit der Anlage gesorgt?

Ein mit den zuständigen Behörden und auch der Feuerwehr Legden abgestimmtes Brandschutzkonzept liegt vor. Dieses Konzept wurde von einem unabhängigen Sachverständigenbüro erarbeitet und in das Genehmigungsverfahren eingebracht. Der Betriebsführer OGE stellt über einen 24h-Bereitschaftsdienst eine jederzeitige Verfügbarkeit des Betriebspersonals sicher. Bei einem Vorfall erfolgt die Alarmierung der Zentralen Meldestelle fernautomatisch über das Brandmeldesystem. Der Bereitschaftsdienst des Betriebsführers (OGE) ist spätestens 30 Minuten nach einer Alarmierung vor Ort, um die Feuerwehr einzuweisen und zu unterstützen. In der Zwischenzeit wird die Verdichterstation durch Schieber vom Netz abgetrennt.

6. Wie wird der Verkehr während der Bauphase gelenkt?

Während der Bauphase wird der Baustellenverkehr von der A31 über die B474, die L574 und die K33 zur Baustelle der Verdichterstation gelenkt. Die Zufahrt zur Baustelle erfolgt dann vorwiegend über den ausgebauten Wirtschaftsweg 172 und bis Juni 2022 über den Wirtschaftsweg 174 mit einem temporären Zugang. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten kommt es in diesem Bereich zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen.

7. Welche Folgen hat die Entnahme von Grundwasser?

Auf einem Teil der Baustelle – den Baugruben für die Maschinenhallen – wird im Winter 2021/22 eine Grundwasserabsenkung vorgenommen. Die Absenkung wirkt sich nicht auf die Hausbrunnen in der näheren Umgebung aus, da diese außerhalb des dabei entstehenden Absenktrichters liegen. Nach Beendigung der Wasserhaltung steigt der Grundwasserstand rasch wieder an. Zur Beobachtung der Maßnahme wird OGE drei Grundwassermessstellen einrichten. Die in den Antragsunterlagen genannten Wassermengen enthalten zudem einen hohen Sicherheitszuschlag. Die tatsächliche Wasserentnahme wird daher aller Voraussicht nach deutlich geringer ausfallen. Darüber hinaus wird Regen- und Sickerwasser von der Baustelle abgeführt. Diese sogenannte Tagwasserhaltung wird keine Einflüsse auf den Wasserhaushalt als Ganzes haben.